Dr. Karin Rasmussen

Krieg oder Frieden? Nie wieder ODER!

Und wieder ist Krieg! Wir haben in Deutschland viele Jahre des Friedens erlebt. Krieg war etwas, was weit weg war. Entweder in der Zeit – also irgendwann “früher” oder geografisch- irgendwo “bei den anderen”. Aber wenn wir genauer hinsahen, konnten wir zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens hier oder anderswo auf der Welt irgendeine Form von Krieg finden.

Mein ganzes Leben lang gab es kalte und heiße Kriege,

Kriege gegen und von Diktatoren, Aggressionskriege und Befreiungskriege, Drogenkriege und jede Menge Wirtschaftskriege. Jetzt also ist Krieg in der Ukraine.
Gibt es irgendeinen Menschen auf der Welt, der sich ehrlichen Herzens darüber freut? Vielleicht schon. Aber was für einen Charakter, was für ein Mindset hätte dieser Mensch?
Natürlich, jeder Beteiligte an diesem und jedem anderen Krieg hat Begründungen dafür, wozu die eigene Rolle in dem jeweilige Krieg gut ist, warum dieser Krieg geführt werden muss und warum er demzufolge unvermeidbar war. Wir alle werden ständig mit derartigen Theorien versorgt. Wir ergreifen Partei, mal für die eine, dann wieder für die andere Seite. Es gibt sogar (aus meiner Sicht total verpeilte) “Wissenschaftler”, die behaupten, Krieg zu führen läge in der Natur des Menschen und sei daher unverzichtbar. Sozusagen artgerechte Haltung für die Menschheit. Und leider finden solche Theorien auch immer wieder Anhänger, selbst unter den Opfern dieser Kriege. Ich bitte Sie: Stellen wir uns doch mal eine Welt völlig ohne Kriege vor! Versuchen Sie ganz ernsthaft, sich auf diesen Gedanken zu konzentrieren. Prüfen Sie nicht, ob das geht! Fragen Sie sich nicht, ob Sie daran glauben können. Sondern schaffen Sie in sich eine Vorstellung, ein Bild, einen Film, eine Geschichte von einer Welt ganz ohne Krieg!

Nun, wie gefällt Ihnen das, was Sie in sich gefunden haben?

Ich meine, die Menschheit braucht keine Kriege. Auch nicht, um sich zu entwickeln, um Innovation und Fortschritt zu gestalten, wie manche Technik- oder Kultur- Historiker behaupten.
Denn für diese Art von Entwicklung der Menschheit reichen die natürlichen Herausforderungen, vor die uns das Klima, die Demografie und die Ökologie immer wieder stellen, völlig aus. Wir haben doch durch all die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte schon die Erfahrung gemacht, dass sowohl Naturkatastrophen, Klimaveränderungen als auch Bevölkerungswandel immer wieder ganz ohne das Zutun des Menschen stattfinden! Unser Planet und damit die Lebensbedingungen für uns Menschen verändern sich auch dann, wenn wir es nicht verursachen! Denn Veränderung ist ein Naturgesetz, aus dem sich große, wichtige, schwerwiegende Aufgabenstellungen für unser menschliches Streben ableiten lassen. Aufgaben, die reizvoller und menschengerechter sind, als die Vernichtung anderer Menschen.
Sie denken vielleicht jetzt die üblichen Totschlag-Worte wie Wunschtraum, Utopie, naiver Glaube, realitätsfern, geht doch gar nicht und so weiter?
Was wäre, wenn doch?
Stellen Sie sich vor, wir könnte die Vorteile von „ewigem“ Frieden genießen: Es gäbe so viel mehr von allem Guten,
– weil niemand mehr zum eigenen Überleben anderen das Leben nehmen müsste
– weil Grenzen überflüssig wären
– weil Kriegs- und Sicherheitsressourcen umgelenkt werden könnten auf friedliche, risikoresiliente Problemlösungen
– weil wir keinen Kampf um die Macht mehr brauchten, wenn niemand mehr herrschen müsste
– weil es keine Gründe für Machtmissbrauch mehr gäbe, wenn alle Menschen deutlich weniger angstgesteuert wären
– weil Führungskräfte nicht mehr für Posten, sondern für konkrete Aufgaben nach Kompetenz statt nach nach Kraftvolumen (aus-)gewählt werden könnten
– weil JEDE Arbeit dem Gemeinwohl dienen würde
– weil Kontrolle und Verantwortung von allen gemeinsam wahrgenommen würde und
– weil sich noch so viel mehr zum Besseren wenden ließe.

Vielleicht können Sie in Ihrem eigenen Alltag schon mal anfangen, den einen oder anderen Kleinkrieg zu vermeiden? Denn große Kriege kommen nicht aus dem Nichts! Und Aggressionen entwickeln sich nicht ohne Auslöser. Schon ein bisschen mehr Toleranz und Achtsamkeit, verbunden mit der Akzeptanz für die und das und den ANDERE:N, kann da viel bewirken! Auch wenn Sie meinen, Sie müssten für oder gegen irgendetwas “kämpfen”: Gehen Sie mit Ihrer ganz persönlichen Macht bitte friedlich um!

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